Mittwoch, 3. April 2013

Knochenhirn - Kommentar zur ungarischen Kulturpolitik

Mein Kommentar zu Szindbád, Béla Tarr und der aktuellen ungarischen Kulturpolitik ist nachzulesen im aktuellen Heft Nr. 4 des neuen Meinungs- und Politikmagazins THE GERMANS (in Anlehnung an THE NEW YORKER). http://www.facebook.com/www.maikewetzel.de

Freitag, 31. Dezember 2010

Ende des Stadtschreiberpostens

Für alle neuen Leser:

Von Juli bis Ende November 2010 war ich als Stadtschreiberin in Pécs in Südungarn.
Von dort habe ich berichtet.
Folgerichtig schließen mit dem Ende meines Aufenthalts auch meine Einträge zu der Kulturhauptstadt 2010.

Alle Notizen, Bilder und Beobachtungen dieses Sommers und Herbstes in Pécs sind trotzdem weiter zugänglich.

Das Stadtschreiber-Stipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa wird jährlich an Schriftsteller und/oder Journalisten vergeben.
Momentan läuft die Ausschreibung für den Posten in 2011.
Der/die Glückliche darf dann nach Tallinn/Reval in Estland fahren und von dort berichten.

Für nähere Informationen bitte auf die Website des Kulturforums schauen.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Interview im DeutschlandRadio Kultur

"Ungarns Multikulti-Stadt: Bilanz des Kulturhauptstadtjahrs in Pécs"

Unter diesem Titel befragte mich heute das Magazin FAZIT des Deutschlandradios Kultur zu meinen Erfahrungen in Fünfkirchen.

Der Beitrag ist abrufbar unter:
http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=&/

Für die HTML-Version bitte auf die Homepage des Deutschlandradio gehen und dort rechts unter "Audio on Demand" die entsprechende Rubrik wählen.

www.dradio.de

Montag, 6. Dezember 2010

VON KUNST ZUM LEBEN. Die Ungarn am Bauhaus


Von Pécs nach Berlin -
die den Ungarn am Bauhaus gewidmete Ausstellung ist in der Hauptstadt angekommen.

In Berlin ist sie bis zum 21. Februar am Bauhausarchiv/Museum für Gestaltung zu sehen.
Adresse:
Klingelhöferstraße 14
D - 10785 Berlin

Freitag, 26. November 2010

Abschiedslesung in der Cella Septichora


Der Regen prasselte auf das Glasdach über unseren Köpfen, als in der Cella Septichora am Montag die Abschlußlesung für den Stadtschreiber-Posten stattfand.

In einer Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes zu lesen, war eine neue Erfahrung für mich.

Vor Jahren saß ich mal im Bademantel vor meinen schwimmenden Zuhörern in einem Thermalbad.
Damals dachte ich eigentlich, ich hätte den ungewöhnlichsten Leseort bereits erlebt.
Aber bis auf die Katakomben in Rom gibt es auf der ganzen Welt keine mit den frühchristlichen, reich bemalten Grabkammern in Pécs vergleichbaren Funde.
Im Gegensatz zu dem Schwimmbad im Wallis war der Veranstaltungsort in Pécs also wirklich einmalig.

Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Winfried Smaczny, war extra aus Deutschland angereist, um mich zu verabschieden.
Auch der Kulturdirektor Tamás Szalay von Pécs 2010 fand sehr warme Worte, obwohl er nicht von "Abschied" sprechen mochte.
(Und er hat ja recht: Ich komme wieder.)

Der Pécser Schriftsteller Károly Méhes führte ein lockeres Gespräch mit mir über die Zeit in Pécs und meine Erlebnisse.
Ich las einige Blogeinträge und ihre Übersetzerin Nóra Szabo trug auch meine (von Timea Pénzes ins Ungarische übertragene) Erzählung "Lou" vor.
Ich freue mich, dass die meisten Stühle in der Cella Septichora trotz des lausigen Wetters besetzt waren.

Wenn die uns umgebenden Steine hätten reden können, dann hätten sie sich wohl auf Lateinisch ins Gespräch eingemischt
- die Sprache des Zeitalters, in dem die Kapelle und die Grabmäler errichtet wurden.

Das ist aber nicht sicher, denn schließlich wurden in den darauf folgenden Jahrhunderten in Pécs verschiedenste Sprachen gesprochen.
Türkisch, Deutsch, Bosnisch, Serbisch, Kroatisch, Polnisch, Bulgarisch, Griechisch, Rumänisch, Ukrainisch, Romani...

Der Heilige Stephan, der erste König Ungarns, war der Ansicht, eine Stadt sei arm, wenn in ihr nur eine Sprache gesprochen werde.
Im 2. Jahrhundert n.Chr. schickte er seinem Sohn diesen wichtigen Hinweise zur Staatskunst.
Er solle gezielt Fremde ansiedeln, um die Kultur des Landes zu bereichern, schrieb der König in seinem Brief.

Leider habe ich das Zitat nicht wortwörtliche vorliegen.
Aber ich werde mich danach auf die Suche machen.
Denn mir scheint, dieser Ratschlag ist bis heute aktuell.
Es kann nicht schaden, ihn öfter ins Gedächtnis zu rufen.

(Bilder von der Veranstaltung folgen.)

Dieses Foto zeigt leider keine Skulptur des Heiligen Stephan, sondern Janus Pannonius - auch ein berühmter Kopf der Stadt:

Montag, 22. November 2010

Reise ins Weiß


Morgen reise ich ab.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Ich freue mich auf Zuhause, aber der Abschied von den tollen Menschen, die ich in Pécs kennengelernt habe, fällt mir nicht leicht.

Sollte der ungarische Staat sich demnächst noch eine dritte, auf pure Sympathie gründende Form der Staatsbürgerschaft einfallen lassen, wäre ich dabei.
Die Monate hier haben mich zur "Ungarin im Herzen" gemacht.

Insofern, liebes Pécs, auf keinen Fall:
Schnee drüber.
(So wie der Kunstschnee, der derzeit im Einkaufszentrum liegt)
Sondern:
Ich komme wieder und ich hoffe, auch von Euch zu hören!

Die neue Konzerthalle ist fertig!


v.l.n.r.: Carl-Erik Norrman, Károly Méhes, Beátá Seres vom Pécs2010-Kulturbüro

Begeistert zeigte sich der Präsident des Europäischen Kulturparlaments, Karl-Erik Norrman, von der Akustik der neuen Konzerthalle.

Das Urteil kam von einem Fachmann:
Karl-Erik Norrman hat früher als Sänger die meisten europäischen Bühnen kennengelernt.
In diesem Fall besichtigte er die Konzerthalle allerdings nicht für ein Konzert, sondern für die nächste Sitzung des EU-Kulturparlaments (Link in der Überschrift).

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie im nächsten Herbst in Pécs stattfinden!

Károly Méhes aus Pécs, der als Schriftsteller Mitglied des Kulturparlaments ist, hatte seine Heimatstadt vorgeschlagen.


Die Konzerthalle wird Anfang Dezember offiziell eröffnet.

Sie liegt direkt neben der ebenfalls neu eröffneten Komitatsbibliothek und damit auf der neuen "Kulturmeile", die die Innenstadt bis zum Zsolnay-Kulturviertel verlängern wird.

Für die internationale Versammlung Kunstschaffender wäre die Pécser Konzerthalle in ihrer zweiten Eigenschaft als Konferenzzentrum ein hervorragender Ort.

Die Pécser Philharmoniker testeten die Klangverhältnisse im großen Saal bereits.
Nach Jahren ohne eigenen Spielort war die Akustik dort für sie überwältigend.
Der Raum ist so geschickt entworfen, dass es für den Klang keine Rolle spielt, ob alle 999 Plätze besetzt sind oder leer.

Neben weiteren Proben- und Konferenzräumen gibt es auch ein professionelles Tonstudio in dem Haus.
Es bietet sich insbesondere für die Aufnahmen von Filmmusik, aber auch für andere Produktionen an.

Leider konnte ich den großen Saal nicht photographieren - die Lichtverhältnisse waren zu schlecht für meine Kamera.
Ein gutes Foto ist aber momentan auf der www.pecs2010.hu-Website zu sehen!

Mein Bild zeigt lediglich den Ausschnitt eines Probenraums sowie (das dunkle) einen impressionistischen Eindruck der hölzernen Panelen im großen Saal.

Sonntag, 21. November 2010

Wenn Männer kochen


Sie nennen sich "Gastro Artists" und sind ein Männerkochverein - nicht professionelle, aber leidenschaftlicher Köche.

Am Freitagabend kredenzten sie für etwa 50 ausgewählte Gäste ein regional gefärbtes Novembermenü.

Von Grieben und Schmalz über eine wunderbare Brühe mit Kaninchen-Einlage, Karpfen blau bis zur Gänsekeule und Mohn-Kürbis-Strudel folgte ein kulinarischer Höhepunkt auf den nächsten.

Für Wein, Musik und Unterhaltung mit diversen Gastro-Texten war ebenfalls gesorgt.




(Dieses Bild ist pure Illustration - es entstand in Deutschland.
Leider hab ich die Fünfkirchener Gänsekeule nicht abgelichtet.)

Samstag, 20. November 2010

Lesung im Seminar zur ungarndeutschen Literatur


Normalerweise stellt Helmut Herman Bechtel in seinem Seminar am germanistischen Lehrstuhl der Fünfkirchener Uni ungarndeutsche Autoren vor.

Aus Anlass des Stadtschreiber-Stipendiums machte er eine Ausnahme und lud mich ein.

Nach einer schmeichelhaften und aufwändig gestalteten Einführung durch den Dozenten las ich eine in Pécs entstandene Erzählung.
Helmut Herman Bechtel und die Studenten hatten auch einen Fragenkatalog vorbereitet. Von Stichworten wie multikulturelle Gesellschaft bis zu Fragen nach dem Gandhi-Gymnasium bemühte ich mich Auskunft zu geben.

Außer den Seminarteilnehmern besuchten auch einige deutsche Austauschstudenten die Lesung.

Alle Wege führen...


...zum Hauptplatz.

Wie auch viele weitere Plätze und Parks, nicht nur in der Innenstadt, wurde auch er für das Festjahr 2010 frisch renoviert.

Wenn man hier lange genug sitzen bleibt, begegnet einem tout Pécs.
Die Innenstadt ist übersichtlich und alle Wege streben unweigerlich auf den Hauptplatz zu.

Außerdem gibt es hier auch die wunderbaren Kuchen der Mecsek Konditorei in der Sonne zu genießen.

Ob ich mich wohl heute zu der viel gerühmten Thai-Massage um die Ecke traue?
Wahrscheinlich bleibe ich doch wieder gekrümmt am Schreibtisch hocken.
Meine Rückenschmerzen sind wohl noch nicht stark genug.